Die Geschichte der Argo

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Die Geschichte der Argo
Der Garten schimmerte in einem mattgoldenen Ton der untergehenden Sonne. Argos schritt gemütlich durch die Beetansammlungen. Ein ungutes Gefühl überkam ihn, als die letzten Streifen des Sonnenlichts hinter dem Berg Olymp verschwanden. Er wusste nicht, was es war, aber es beunruhigte ihn sehr, immer mehr. Plötzlich hörte er einen Wagen halten. Die Kieselsteine des großen Vorgartens seines Palastes knirschten, als die scheinbar großen Räder abrupt stehen blieben. Argos schaute zum Himmel hinauf und fragte sich, etwas zerknirscht, wer ihn um diese späte Tageszeit noch zu stören wagte. Einer seiner Untergebenen, kein Sklave, aber auch kein Freier, brachte ihm einen Brief, oder zumindest einen Umschlag, auf einem silbernen Tablett. Argos nahm den Umschlag, nickte leicht und der Diener entfernte sich wieder. Mit leicht zitternden Händen öffnete der Mann den Umschlag und musste sich schließlich eingestehen, dass die Dunkelheit innerhalb weniger Minuten soweit fortgeschritten war, dass er kaum noch ein Wort entziffern konnte. Langsam, immer nervöser werdend betrat er das Wohngebäude und öffnete das Pergament nun vollständig. Die Schriftrolle war mit königlichem Siegel versehen, allein dies machte Argos stutzig. Er hatte schon lange keine Mitteilungen mehr erhalten, weder aus bürgerlichem noch aus königlichen Haus. Er wollte einfach nicht gestört werden, dass war alles. Langsam, mit wachsendem Unmut, begann er zu lesen.

„...Jason. Im Namen des Königs
soll ein Schiff gebaut werden,
schneller, wendiger und größer
als alle bisher gewesenen.
Ich, Jason, habe Euch, Argos
dazu auserwählt, dieses Wunder
zu vollbringen. Bitte beeilt Euch!
Ganz Griechenland ist in Gefahr,
das goldene Vlies wurde gestohlen!
Wir wurden beauftragt, es zurück-
zu holen. Wir brauchen euch und das Schiff!...“


Na toll! Nicht einmal auf seine alten Tage hatte er seine Ruhe. Und wieder bekam er die gleichen Aufträge, wie in den Jahren zuvor. Er wollte keine Schiffe mehr bauen, er war es leid! Doch da fiel ihm eine Zeile wieder auf: „Ganz Griechenland ist in Gefahr...“ Es gefiel ihm keineswegs, doch plötzlich wurde ihm die Wichtigkeit dieses Auftrags bewusst. Widerwillig begab er sich in sein Arbeitszimmer und machte sich an die Arbeit...

Wenige Wochen später war es soweit, die Pläne des Schiffes waren fertig gestellt. Argos stieg nach Tagen der Dunkelheit zum ersten Mal wieder in die Sonne und machte sich Gedanken über das Material, das er verwenden wollte. Es musste etwas sein, stärker und widerstandsfähiger, als alles, was bisher verwendet worden war. Es musste Holz sein, Metall war zu schwer, um zu schwimmen. Es war zum Verzweifeln. Argos war verzweifelt und erbat die Hilfe der Götter. Nichts geschah...

Argos war mittlerweile auf den Berg Pelion gestiegen. Hier sollte es sagenhafte Pinien geben, welche robuster waren, als andere ihrer Art. Warum, wusste niemand. Ihm war es im Endeffekt auch egal. Er hatte nur einen Auftrag zu erledigen. Im Schlepptau hatte er zudem noch einige Untergebene, welche die Bäume schlagen sollten. Langsam kamen der Gipfel und ein großer Pinienhain in Sicht. Er wurde freudiger und beschleunigte seine Schritte.
An den Bäumen angekommen, markierte er auch gleich einige der Stämme und seine Diener fingen an sie zu fällen. Alles schien gut, der Bau begann...

Eines Nachts lag Argos noch lange wach. Das Schiff stand im Hof des Palazzos, welchen er bewohnte. Matt schimmerte das Holz im Mondschein. Plötzlich verspürte der Mann ein unbeschreibliches Verlangen, aus dem Haus zu treten und zum Schiff zu gehen. Er machte sich auf den Weg, verließ so leise wie möglich das Gemäuer und trat in die laue Nacht hinaus. Eine unbeschreibliche Macht zog ihn, nein, schob ihn förmlich zum Schiff hin. Es war ihm unbegreiflich. An den Stützen des Baus angekommen, fiel ihm zum ersten Mal die unerklärliche Stille auf, welche man schon fast hören konnte.
Von einem Moment auf den anderen, stand Argos in einem hellen Licht. Erschreckt sank er auf die Knie und hielt die Arme über seinen Kopf. Eine Macht nahm ihm die Arme herunter. Vor ihn stand, nein schwebte, ein wahrhaftig göttliches Wesen. Argos war überwältigt. Völlig perplex ließ er sich von der göttlichen Gestalt auf die Füße heben. Mit einer Stimme, stark wie Zeus' Blitz und sanft wie Aphrodites goldener Apfel. „Argos, hör mich an! Mein Name ist Athene. Ich wurde von Hera geschickt dir zu helfen! Dein Schiff ist stark, gut geschützt, aber es ist euch so nicht von Nutzen. Hier...“, mit einer Art göttlichem Schnipsen ließ sie eine Eiche erscheinen, direkt neben dem Schiff, „...mit dieser Eiche aus Dodona ist es dir möglich, dein Schiff zum mächtigsten und klügsten aller Schiffe zu machen.“ Mit diesen Worten verschwand sie durch die rauschenden Blätter der heiligen Eiche. Argos zögerte nicht und begann sofort damit, den Baum zu schlagen...

Nach mehreren Wochen des Baus war es schließlich so weit. Im Hafen von Iolkos warteten 50 mutige Männer auf das Aufbruchssignal, unter ihnen Jason von Thessalien, Argos und Orpheus. Sie standen in einer Reihe und hörten sich noch einmal die letzten Worte des Königs von Thessalien an. Im Hintergrund summte das Schiff mit der verbauten Eiche eine beruhigende Melodie. Plötzlich setzten die Fanfaren ein. Die Eiche hörte auf zu Summen und strahlte nun eine beherrschende Aura aus. Die Argonauten, benannt nach ihrem Schiff, der Argo, bestiegen den schmalen Steg und betraten das weitläufige Holzdeck.
Bereits wenige Minuten später setzten sich alle fünfzig Ruder des Schiffes in Bewegung und die Argo brach auf, zu ihrer langen Reise nach Kolchis...

geschrieben von Orcinus Orca


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